Empfehlungen für den Betrieb des VPDeskLaunchers in Citrix- und Terminalserver-Umgebungen

Erstellt von Sven Trojahn, Geändert am Sa, 1 Aug um 6:39 VORMITTAGS von Sven Trojahn

Zusammenfassung

Der VPDeskLauncher speichert Programmdateien, Cache-Dateien und Benutzereinstellungen im Windows-Benutzerprofil des angemeldeten Benutzers. In virtualisierten Umgebungen wie Citrix oder Microsoft Remote Desktop Services (RDS) können Besonderheiten bei der Profilverwaltung, Sicherheitsrichtlinien oder Endpoint-Protection dazu führen, dass der Launcher nicht ordnungsgemäß arbeitet.

Dieser Artikel beschreibt typische Konfigurationen und Fehlerbilder, die in Kundenprojekten beobachtet wurden, und gibt Empfehlungen für einen stabilen Betrieb des VPDeskLaunchers.

Hinweis:

Die in diesem Artikel beschriebenen Empfehlungen basieren auf den Erfahrungen der Trojahn Horse GmbH aus Visual-Planning-Projekten in Citrix-, Terminalserver- und vergleichbaren Virtualisierungsumgebungen.

Die Trojahn Horse GmbH ist kein Citrix-Spezialist und bietet keine allgemeine Beratung oder Konzeption von Citrix-Infrastrukturen an.

Ziel dieses Artikels ist es, typische Einflüsse einer virtualisierten Umgebung auf den Betrieb des VPDeskLaunchers aufzuzeigen und Administratoren bei der Eingrenzung möglicher Ursachen zu unterstützen.

Die Analyse und Konfiguration der Citrix- oder Terminalserver-Infrastruktur sollte durch den zuständigen Administrator oder IT-Dienstleister erfolgen.


Gültig für

  • Visual Planning 8 und 9
  • VPDeskLauncher 3.x
  • Citrix Virtual Apps
  • Citrix Virtual Desktops
  • Microsoft Remote Desktop Services (RDS)
  • Windows-Terminalserver
  • FSLogix
  • Citrix User Profile Management (UPM)
  • Roaming Profiles

Technischer Hintergrund

Der VPDeskLauncher übernimmt beim Start deutlich mehr Aufgaben als das reine Öffnen von Visual Planning.

Beim Start werden unter anderem:

  • die Verbindung zum Visual-Planning-Server aufgebaut,
  • die installierte Clientversion geprüft,
  • neue oder aktualisierte Clientdateien heruntergeladen,
  • lokale Dateien aktualisiert,
  • nicht mehr benötigte Dateien entfernt,
  • Benutzereinstellungen gespeichert und
  • der lokale Cache verwaltet.

Hierzu verwendet der Launcher standardmäßig das Verzeichnis:

%USERPROFILE%\.vpdesk

Dieses Verzeichnis enthält unter anderem:

  • heruntergeladene Clientdateien,
  • Cache-Dateien,
  • temporäre Dateien und
  • lokale Konfigurationsdaten.

Der Inhalt des Verzeichnisses wird bei nahezu jedem Start aktualisiert. Kann der Launcher nicht vollständig auf dieses Verzeichnis zugreifen, kann der Start bereits vor dem eigentlichen Verbindungsaufbau zum Visual-Planning-Server fehlschlagen.


Empfohlene Konfiguration

Für einen stabilen Betrieb sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Der Benutzer besitzt Vollzugriff auf %USERPROFILE%\.vpdesk.
  • Das Benutzerprofil wird dauerhaft gespeichert.
  • Der Launcher-Cache wird nicht automatisch gelöscht.
  • Mehrere gleichzeitige Sitzungen desselben Benutzers werden möglichst vermieden.
  • Der Ordner %USERPROFILE%\.vpdesk sollte nach Möglichkeit lokal auf dem jeweiligen Citrix-Host liegen und nicht über Roaming Profiles oder Netzwerkfreigaben synchronisiert werden.
  • Für den Installationsordner des VPDeskLaunchers sowie für %USERPROFILE%\.vpdesk sollten – sofern mit den Sicherheitsrichtlinien vereinbar – Ausnahmen in der eingesetzten Endpoint-Protection beziehungsweise im Virenscanner geprüft werden.
  • Launcher-Dateien sollten während des Downloads und der Initialisierung nicht durch Echtzeitprüfungen blockiert werden.

Mögliche Einflüsse einer Citrix-Umgebung

Citrix User Profile Management (UPM)

Citrix UPM speichert Benutzerprofile zentral.

Mögliche Auswirkungen:

  • unvollständige Synchronisation des Launcher-Caches,
  • gesperrte Dateien,
  • automatische Profilbereinigungen und
  • inkonsistente Cache-Dateien.

Typische Symptome:

  • sporadische Startprobleme,
  • beschädigter Cache und
  • Load site error.

FSLogix

FSLogix speichert Benutzerprofile in VHD(X)-Containern.

Probleme können entstehen, wenn:

  • Profile nicht vollständig eingebunden werden,
  • Datenträger nur lesbar geöffnet werden oder
  • beschädigte Profile verwendet werden.

Roaming Profiles und Ordnerumleitungen

Roaming Profiles oder umgeleitete Benutzerordner können dazu führen, dass:

  • Cache-Dateien unvollständig synchronisiert werden,
  • veraltete Cache-Dateien wiederhergestellt werden oder
  • Dateioperationen verzögert erfolgen.

Mehrere gleichzeitige Sitzungen

Greifen mehrere Sitzungen desselben Benutzers gleichzeitig auf %USERPROFILE%\.vpdesk zu, können Dateisperren entstehen.

Mögliche Folgen:

  • VPStarter.deleteDir(...),
  • beschädigte Cache-Dateien und
  • Startprobleme.

Endpoint Protection

Produkte wie Microsoft Defender, CrowdStrike, SentinelOne, Sophos, Trend Micro, Symantec oder ESET können heruntergeladene Dateien prüfen oder temporär sperren.

Gerade während einer Launcher-Aktualisierung kann dies zu inkonsistenten Cache-Dateien führen.

Es empfiehlt sich, den Installationsordner des VPDeskLaunchers sowie den folgenden Ordner von Echtzeitprüfungen auszunehmen, sofern dies mit den Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens vereinbar ist:

%USERPROFILE%\.vpdesk

Gruppenrichtlinien (GPO)

Gruppenrichtlinien können unter anderem einschränken:

  • Registryzugriffe,
  • Schreibrechte,
  • Löschrechte und
  • die Ausführung heruntergeladener Programme.

Typische Logmeldung:

RegCreateKeyEx returned error code 5

AppLocker / Windows Defender Application Control (WDAC)

AppLocker oder WDAC können verhindern, dass aktualisierte Launcher-Komponenten ausgeführt werden.

Netzwerk und Proxy

Der VPDeskLauncher verwendet Java für die Kommunikation mit dem Visual-Planning-Server. Dadurch kann sich das Proxyverhalten vom Browser unterscheiden.

Insbesondere sollten geprüft werden:

  • Proxyserver,
  • PAC-Dateien,
  • DNS,
  • SSL Inspection und
  • Firewall.

Typische Symptome

SymptomMögliche Ursache
Start nur als AdministratorFehlende Benutzerrechte
Load site errorBeschädigter Cache oder fehlende Berechtigungen
RegCreateKeyEx Error Code 5Registryzugriff verweigert
VPStarter.deleteDir(...)Cache-Dateien können nicht gelöscht werden
Browser funktioniert, Launcher nichtProxy- oder Java-Konfiguration
Nur ein Benutzer betroffenBenutzerprofil
Alle Benutzer betroffenServer oder Netzwerk
Funktioniert über VPNProxy, DNS oder Firewall

Empfohlene Reihenfolge der Analyse

  1. Erreichbarkeit des Visual-Planning-Servers prüfen.
  2. Testweise einen Start als Administrator durchführen.
  3. Den Ordner %USERPROFILE%\.vpdesk zurücksetzen.
  4. Berechtigungen des Benutzerprofils prüfen.
  5. Citrix UPM beziehungsweise FSLogix prüfen.
  6. Endpoint Protection überprüfen.
  7. Gruppenrichtlinien kontrollieren.
  8. AppLocker beziehungsweise WDAC prüfen.
  9. Proxy- und Netzwerkeinstellungen untersuchen.

Hinweise für Administratoren

Aus den bisherigen Projekterfahrungen haben sich insbesondere folgende Maßnahmen bewährt:

  • %USERPROFILE%\.vpdesk möglichst lokal auf dem jeweiligen System belassen und nicht über Roaming Profiles oder Netzwerkfreigaben synchronisieren.
  • Den Ordner .vpdesk nicht durch automatische Profilbereinigungen entfernen.
  • Den VPDeskLauncher sowie den .vpdesk-Ordner – nach Abstimmung mit den Sicherheitsrichtlinien – von Echtzeitprüfungen der Endpoint-Protection ausnehmen.
  • Mehrere parallele Sitzungen desselben Benutzers möglichst vermeiden.
  • Nach Änderungen an Profilverwaltung oder Sicherheitsrichtlinien einen Test mit einem neu angelegten Windows-Benutzerprofil durchführen, um profilspezifische Fehler auszuschließen.

Fazit

Die meisten Probleme des VPDeskLaunchers in Citrix- oder Terminalserver-Umgebungen werden nach den bisherigen Projekterfahrungen nicht durch Visual Planning selbst, sondern durch die Verwaltung des Benutzerprofils, Sicherheitsrichtlinien oder lokale Berechtigungen verursacht.

Ein dauerhaft beschreibbarer Ordner

%USERPROFILE%\.vpdesk

sowie eine passende Konfiguration der Profilverwaltung und der Endpoint-Protection tragen wesentlich zu einem stabilen Betrieb bei.

Sollten trotz der beschriebenen Maßnahmen weiterhin Probleme auftreten, unterstützt die Trojahn Horse GmbH gerne bei der Analyse der Visual-Planning-spezifischen Komponenten. Für die Analyse und Optimierung der Citrix- oder Terminalserver-Infrastruktur sollte der zuständige Citrix- oder Systemadministrator hinzugezogen werden.

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